Start
"Elektromobilität - die neue Branche der Zukunft..."

Anstoß zur Elektromobilität

Ausschlaggebend für sämtliche, auf die Elektromobilität gerichtete, Bemühungen sind heute Argumente des Umwelt- und Klimaschutzes und solche der Überwindung einer Abhängigkeit von fossilen Energieträgern: Verbrennungsmotoren emittieren meist klimaschädliches Kohlendioxid in zu großer Menge und verbrauchen Treibstoffe, die nur begrenzt zur Verfügung stehen und immer teurer werden. Ein Umdenken in Richtung der Entwicklung alternativer Antriebe wird in Europa bereits dadurch erforderlich, dass das EU-Parlament schärfere CO2-Grenzwerte für 2025 (manche Quellen geben 2020 an) festlegen will.

Deutschland nimmt im Rahmen aller Bemühungen um die Elektromobilität insofern eine Sonderrolle ein, als diese im Kontext grundlegender energiepolitischer Entscheidungen stehen, nämlich des per Gesetz vom Deutschen Bundestags am 20. Juni 2011 beschlossenen Ausstiegs aus der Kernenergienutzung („Energiewende“) bis zum Jahre 2022. Ebenfalls im Jahre 2011 (am 18. Mai) hat das Bundeskabinett ein Regierungsprogramm zur Elektromobilität beschlossen. Dem Beschluss vorausgegangen sind und dem Beschluss folgten zahlreiche Aktivitäten. Genannt sei an dieser Stelle lediglich die Gründung der „Nationalen Plattform Elektromobilität“ (NPE) am 03. Mai 2010, welcher der Bundesregierung am 19. Juni 2013 bereits ihren dritten Bericht mit Empfehlungen für eine künftige Politik im Bereich der Elektromobilität übergeben hat.

Im Rahmen ihres „Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität“ verfolgt die gegenwärtige Bundesregierung das Ziel, Klimaschutz und Wirtschaftsinteressen miteinander so zu verbinden, dass Deutschland seine „Führungsrolle“ auch in einer „elektromobilen Zukunft“ (vgl. BMBF vom 16.04.13) behaupten kann: „Bis 2015 will die Bundesregierung, dass Deutschland führend im weltweiten Elektroautomobilmarkt ist“. Angesichts geringer Verkaufszahlen von Fahrzeugen mit alternativem Antrieb und zahlreicher offener Fragen auf Technologie- und Kompetenzebene ist Gegenstand verschiedener Kontroversen die konkrete Zielvorgabe: „Bis spätestens zum Jahr 2020 sollen eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren“.

Interessanterweise soll China bereits im Jahre 2009 (vgl. z.B. „Springer for Professionals“ vom 09.06.2009) eine ganz ähnliche Vorreiterposition in Sachen Elektromobilität in Aussicht gestellt haben: Dort wurde angestrebt, dass reine Elektroautos und Hybridfahrzeuge „bis zum Jahre 2020 einen Marktanteil von bis zu 50% haben“ sollen. Zwischenzeitlich ist man allerdings offenbar von dieser Zielvorgabe abgerückt (vgl. z.B. „Die Welt online“ vom 22.04.2013).

Um Forschung und Entwicklung der Elektromobilität bis hin zur Markteinführung von Fahrzeugen voranzubringen, haben in Deutschland die beteiligten Ministerien im Rahmen des „Konjunkturpakets II“ der Bundesregierung seit 2011umfangreiche Fördermaßnahmen für eine Fülle von groß angelegten Konzepten, Pilot-Projekten und sog. „Spitzen-Cluster“ auf den Weg gebracht. So sind unter anderem im April 2012 vier Regionen als „Schaufenster Elektromobilität“ ausgewählt und an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt worden.

Gerade das laufende Jahr 2013 scheint das Jahr der Elektromobilität werden zu können, worauf verschiedene aktuelle Entwicklungen hinweisen: Abgesehen von Fahrzeugen anderen Typs sollen in diesem Jahr mehr als zwanzig neu entwickelte Pkws mit alternativen Antrieben in Deutschland auf den Markt kommen, überwiegend offenbar Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge.

Elektromobilität Bildung

Während zahlreiche Universitäten bereits seit längerer Zeit Studiengänge zu der interdisziplinären Thematik der Elektromobilität anbieten, gibt es in diesem Jahr ein neues Konzept: Verschiedene Hochschulen Baden-Württembergs, die in der „Hochschulföderation Süd-West“ (HfSW) vernetzt sind, bieten mit Beginn des Wintersemesters 2013 einen gemeinsamen berufsbegleitenden Masterstudiengang „Elektromobilität“ an.