Start
"Elektromobilität - die neue Branche der Zukunft..."

Was umfasst die Elektromobilität?

In technischer Hinsicht dürfte man mit der Elektromobilität in erster Linie an batteriebetriebene Personenkraftwagen denken, sowie an verschiedene, damit verbundene und gegenwärtig noch nicht hinlänglich bewältigte Probleme (Batterie, Ladesysteme, Reichweite usw.).

Bei genauerer Betrachtung allerdings wird deutlich, dass es um weit mehr geht, als um reine Elektrofahrzeuge. Darüber geben die verschiedenen Schriften und Internetseiten der Bundesministerien Aufschluss:

Laut Opens external link in new windowBMU („Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit“)„umfasst“ die Elektromobilität – jedenfalls „im Sinne der Bundesregierung“ – alle Fahrzeuge, „die von einem Elektromotor angetrieben werden und ihre Energie überwiegend aus dem Stromnetz beziehen, also extern aufladbar sind“. Über „rein elektrisch betriebene Fahrzeuge“ hinaus zählen dazu die aus einer „Kombination von Elektromotor und kleinem Verbrennungsmotor“ (sog. „Range Extender“) bestehenden Fahrzeuge, sowie „am Stromnetz aufladbare Hybridfahrzeuge“ (sog. „Plug-in-Hybrid Electric Vehicle“).

Wesentlich differenzierter erfasst die NPE („Nationale Plattform Elektromobilität“) in ihrem dritten Bericht (NPE 2012) die Antriebstechnologien, die sie der Elektromobilität zurechnet, nämlich Plug-in-Hybrid (PHEV), Range Extended Electric Vehicle (REEV), batteriebetriebenes Fahrzeug (BEV), und Brennstoffzellenfahrzeug (FCEV). Dort wird darauf hingewiesen, dass die Elektromobilität als „funktionierendes Gesamtsystem“ betrachtet werden muss, weshalb von einem sog. „systemischen Ansatz“ auszugehen sei. Denn auch Fahrzeugkunden bzw. Nutzer von Fahrzeugen sehen die Elektromobilität „nicht in Einzelkomponenten, sondern als ein ganzheitliches Angebot“ an (ebd. S. 10).

In einem, ebenfalls vom BMU herausgegebenen, Flyer („Erneuerbar mobil“, April 2012) wird im Vorwort sehr deutlich von dem damaligen Bundesumweltminister N. Röttgen darauf hingewiesen, dass Fragen rund um die Elektromobilität einen wichtigen Baustein der Energiewende ausmachen: „Die Energiewende muss alle Bereiche unserer Wirtschaft umfassen. Gerade im Straßenverkehr, der bislang nahezu vollständig auf Erdöl beruht, müssen wir neue Wege beschreiten“. Hier gilt die Elektromobilität als „Schlüsseltechnologie auf diesem Weg“ – allerdings unter der Bedingung, dass der genutzte Strom aus erneuerbaren Energien (wie insbesondere Windkraft und Solarenergie) stammt (ebd. S. 6).

Im Hinblick auf die Reduzierung der CO2-Emissionen wird aber auch die „Weiterentwicklung des traditionellen Verbrennungsmotors“ als „wichtiger Baustein“ (ebd. S. 16) angesehen. Deshalb betont man in verschiedenen anderen Stellungnahmen, dass Ausgangspunkt bei der Förderung der Elektromobilität nicht nur ein „systemischer“ und „marktorientierter“, sondern auch ein „technologieoffener Ansatz“ sei (vgl. z.B. NPE 2012, S. 7; vgl. auch BMU bereits im Juni 2011, S. 17). Allerdings wird dahingehend argumentiert, dass die z.B. durch effizientere Motoren gegebenen Vorteile durch die zunehmende Anzahl von Fahrzeugen und die Zunahme des Verkehrs insgesamt wieder verloren gehen, weshalb der Entwicklung alternativer Antriebsarten großes Gewicht zukomme.

In einer weiteren, vom BMU herausgegebenen, Darstellung zur Elektromobilität („Elektromobilität – Deutschland als Leitmarkt und Leitanbieter“, BMU: Stand Juni 2011) werden zahlreiche Bezugspunkte dessen angeführt, was die Elektromobilität über Antriebsarten von Personenkraftwagen und Lkws hinaus beinhaltet: Hingewiesen wird dort (jeweils unter: „Auch das ist Elektromobilität“) insbesondere auf eine „Tram mit kontaktloser Stromübertragung“, auf eine „Dieselhybridlok“, auf das „Brennstoffzellenflugzeit Antares DLR-H2“, sowie auch auf den Prototyp eines „Energie-Plus-Hauses“, den das „Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung“ (BMVBS) seit 2011 in Berlin errichtet hat. Nach dem Motto „Mein Haus – meine Tankstelle“ sollte das Energieplus dieses Hauses bevorzugt für Elektromobilität (Auto, Motorrad, Fahrrad) genutzt werden (vgl. einen kritischen Zwischenbericht in „Ecoquent Positions“ vom 04.04.2013, von Sabine E. Rädisch; vgl. dazu „Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität“, BMVBS: Stand Januar 2012).

Die wenigen, an dieser Stelle genannten Aspekte lassen erkennen, dass Elektromobilität viel mehr als die Elektrifizierung von Straßenfahrzeugen umfasst, und dass darauf bezogene Forschungen und technologische Entwicklungen auch in engem Zusammenhang mit der in Deutschland im Jahre 2011 eingeleiteten Energiewende zu sehen sind.